Abbau von Rollenstereotypen vorantreiben

Aus GeDiCap Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Abbau von Rollenstereotypen vorantreiben ist eine Basis Praktik des Gender Diversity Managements.

Definition

In allen Texten, die im Unternehmen verfasst werden, und in den gesprochenen Worten werden weibliche und männliche Formen der Anrede und Personenbezeichnung verwendet, damit die Sichtbarkeit von Frauen in den verschiedenen Rollen und Positionen erhöht wird und Rollenstereotype abgebaut werden.

Gesellschaftliche Rollenstereotype werden aktiv verändert. Bilder und Texte des Unternehmens (in Fluren, Newsletter, etc.) enthalten zukunftsfähige und nachhaltige Gesellschaftsbilder, die die verschiedenen Rollen und Positionen von Frauen und Männern verdeutlichen, wie aber auch ggf. deren Austauschbarkeit.[1]

Beispiele

Text und Sprache

Eine Kurzanleitung zum geschlechtergerechten Formulieren findet sich auf den Seiten der Stadt Nürnberg: Sie & Er - nur so ist es fair. Mit ähnlichen Empfehlungen nur speziell mit Beispielen für die Hochschule und Informatik: GI - Frauen und Informatik: Reden und Schreiben für Frauen und Männer.

Frau und Beruf

Neben den Tagungen und Kongressen zu Gender oder Frauenfragen, gibt es viele Tagungen, Kongresse und Vortagsreihen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Frauenthemen aufzugreifen und Frauen als kompetente Rollenvorbilder öffentlich zu machen. Hier eine noch unvollständige Liste:

Frau und Macht

Das Stereotyp, dass Frauen keine Macht wollen, hält sich hartnäckig. Dabei hat es fast zu jeder Zeit Frauen gegeben, die als Herrscherinnen ihre Zeit geprägt haben.[4] Die Liste von mächtigen Frauen, die als Königinnen oder als gewählte Präsidentinnen regiert haben, beginnt im Jahr 1479 v. Chr. mit der Pharaonin Hatschepsut und endet mit 2009 Frau Jandra Kosor, der kraotischen Premierministerin (Stand 2009).

Die normale Geschichtsschreibung hat viele berühmte Frauen verschwiegen. Deswegen wird seit ca. 1970 eine spezielle Frauenforschugn betrieben (engl. Herstory), um Frauen sichtbar zu machen. Fembio ist eine bekannte deutsche Datenbank, die an viele der "vergessenen" Frauen erinnert.

Filme und Videos

Sexismus allgemein
Um Sexismus in Videos und Filmen zu erkennen, gibt es den sogenanten Bechdel-Test (1983), der mit drei einfachen Fragen auskommt:

  • Kommt in dem Film mehr als eine Frau vor und haben sie einen Namen?
  • Sprechen die Frauen miteinander?
  • Reden die Frauen miteinander über etwas anderes als Männer?

Wenn alle drei mit Ja beantwortet werden, ist das ein Indiz - kein Beweis - für einen nicht-sexistischen Film.[5] Vier schwedische Kinos haben diesen Test 2013 eingeführt. [6]

Eine gute Zusammenfassung über die Frauenfeindlichkeit der Filmindustrie hat Julia Frisse von der Redaktion puls zusammengetragen. Insbesondere auf Jugendliche wirken Rollenstereotype im Film. [7]

Der Mako-Mori-Test für Filme, der 2013 von Chalia auf tumblr vorgeschlagen wurde. Dieser Test ist weniger streng und erlaubt die Darstellung von Einzelkämpferinnen in einem Szenario, in dem sonst keine Frauen vorkommen. [8]

Der Einfluss von Porno-Filmen auf unsere Gesellschaft wird eindrucksvoll erklärt von dem Gender-Wissenschaftler Ran Gavrieli.[9]


Vorbilder für Männlichkeit

  • Positives Beispiel, wie sich soziales Engagement und Männlichkeit wunderbar verbinden lassen: Ein Film über B.A.C.A., einer Initiative in den USA gegen den Missbrauch von Kindern.[10]
  • Eine moderne Sicht auf Väter liefert der Film der ARD: Die Story im Ersten: Papa trau dich [11]. In den USA macht Nikon Werbung mit einer noch ungewöhnlichen Form der Familie: zwei Väter, die drei Kinder erziehen [12].
  • Ein Video, dass Mut macht das Individuum wahrzunehmen und zu akzeptieren, zeigt einen Vater, der die Vorliebe seines Sohnes Röcke zu tragen, nach einigen Diskussionen und Streitereien akzeptiert und anfängt den Sohn zu unterstützen. [13]


Frauen in Führungspositionen
noch keine Einträge

Diversity
Beispiele für gut gemachte Videos, die Diversity feiern oder nebenbei als selbstverständlich darstellen gibt es bereits einige. Zum Beispiel das Video des Sängers Adel Tawil.

Frau und Technik

Seit Dezember 2013 produziert die Gemeinschaft Rostock denkt 365 Grad eine Soap Opera, die junge Frauen für ein technisches Studium begeistern soll. [14]

Manchmal gehen solche Bemühungen auch daneben. Die EU-Aktion Science it's a girl thing hat zu sehr auf Stereotype abgehoben. [15] Auch von negativen Beispielen können Unternehmen lernen.

Um in der Arbeitswelt Rollenvorbilder zu schaffen, verleiht der Karrierekongress WoMenPower auf der Hannover Messe seit 2012 den Preis "Engineer Powerwomen of the year".[16]

Das Bild von Frauen und Männern in der Werbung

Unternehmen könnten mit ihrer Werbung dazu beitragen, die Rollenstereotype aufzuheben, in dem sie natürliche Frauen in verschiedenen Rollen zeigen. Femvertising bringt Umsatzsteigerungen, wie auf dem Panel in New York gezeigt werden konnte. [17]

Sexismus in Alltagsmedien

Zeitungen und Zeitschriften sind Meinungsbildner in der Gesellschaft. Deswegen wirken sich die Rollenstereotype oder auch der häufig noch vorhandene Sexismus negativ auf das Arbeitsverhältnis und Lebensverhältnis von Frauen und Männern aus. Die Kampagne Stop Bild Sexism zeigt auf, wie menschenverachtend in der auflagenstärksten Tageszeitung in Deutschland auch 2015 immer noch mit Frauen umgegangen wird, auch wenn 2012 das Bild-Girl auf der Titelseite abgeschafft wurde. [18] [19] Aber auch das Männerbild, das dort benutzt wird, entspricht nicht mehr der Lebensrealität von vielen Männern. Der Video-Blogger Tariks erklärt gut verständlich, was wir beim Konsum von BILD an Sexismus ertragen müssen.[20]

Tipps für AssessorInnen

Diversity-Beauftragte, die die oben genannten Ursachen für die Aufrechterhaltung von gelebten Rollenstereotypen nicht kennen, sollten entsprechende Trainings belegen. Dabei ist darauf zu achten, dass die TrainingsanbieterInnen selbst über ausreichend Gender-Wissen verfügen.

Einzelnachweise

  1. Dr. Martine Herpers, Erfolgsfaktor Gender Diversity, Haufe, 2013
  2. Beispiel für einen Talk, berichtet von Angela Giese, Zum Kinderkriegen zieht es US-Managerinnen nach Deutschland, Nürnberger Nachrichten, 25. April 2015, NN_2015.04.25_efF-Talk_DAI.pdf
  3. Silvia Kegel, dib-Podium: No return on investment - Wie Frauen die gläserne Decke überwinden, dib Vereinszeitung, 3-2013, 2013-dib-Podium-WomenWork.PDF
  4. Mathias Messenhöller, Die Macht der Frauen, GEO, September 2009, S. 108-135
  5. Frauen, die mit Frauen sprechen, sueddeutsche.de, 8. Nov. 2013, abgerufen am 13. Dez. 2013
  6. Swedish cinemas take aim at gender bias with Bechdel test rating, the guardian, 6. Nov. 2013, abgerufen am 13. Dez. 2013
  7. Juliane Frisse, Sexismus im Film, Die feministische Faustregel, 19. 12. 2014, abgerufen am 02.03.2015
  8. Geek Feminism Wiki, Mako Mori Test, abgerufen am 2.3.2015
  9. Ran Gavrieli, Why I stopped watching porn, TED-Video, https://www.youtube.com/watch?v=gRJ_QfP2mhU, abgerufen 25. April 2015
  10. B.A.C.A.® Original Video mit Deutschen Untertiteln, abgerufen am 13. Dez. 2013
  11. Die Story im Ersten, Papa, trau dich, 19. 01. 2015
  12. Nikon: Kordale & Kaleb, abgerufen am 01. Febr. 2014
  13. Fabien Faure, Clip - Hollysiz - The light, Vimeo-Video, https://vimeo.com/108454123, abgerufen 25. April 2015
  14. Sturm des Wissens, 365 Grad, Rostock, abgerufen am 21. Dezember 2013
  15. Dr Meghan Gray, Science it's a girl thing - FAIL?, youTube, abgerufen am 21. Dezember 2013
  16. WoMenPower, Drei Frauen als Engineer Powerwomen 2016 nominiert, Pressemitteilung, letzter Zugriff 09. Mai 2015
  17. Roo Ciambriello, How Ads That Empower Women Are Boosting Sales and Bettering the Industry, ADWeek, 3. Oktober 2014, http://www.adweek.com/news/advertising-branding/how-ads-empower-women-are-boosting-sales-and-bettering-industry-160539?utm_content=buffer1db6b&utm_medium=social&utm_source=facebook.com&utm_campaign=buffer
  18. Petition auf Change.org, Kristina Lunz, Bamber, https://www.change.org/p/zeigt-allen-respekt-schafft-das-bild-girl-ab-bildsexism-bild-de?tk=TCpL8D6rBFad134nythqVYsGcIfElsLxZXpPGwXwucQ&utm_source=petition_update&utm_medium=email, abgerufen 18.04.2015
  19. Facebookseite von Stop BILD Sexism, https://www.facebook.com/stopbildsexism, abgerufen 18.04.2015
  20. YouTube-Video, StopBILDSexism und Tariks Genderkrise, https://www.youtube.com/watch?v=bmSorUkNXX0, abgerufen 18.04.2015



Zurück zu Gender Diversity Management.