Frauennetzwerke unterstützen

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Frauennetzwerke unterstützen ist eine Basis Praktik des Gender Diversity Managements.

Definition

Das Management unterstützt sichtbar und effektiv firmeninterne Frauennetzwerke und mindestens ein externes Frauennetzwerk. [1]

Begründung

Frauennetzwerke stärken die Frauen als Gruppe und unterstützen den Erfahrungsaustausch, wenn Frauen im Unternehmen oder in Führungspositionen nur vereinzelt vorkommen. Offizielle Frauennetzwerke, die von der Geschäftsführung anerkannt werden, fördern den Informationsfluss zwischen den Frauen und dem Management. Die Unterstützung der externen Frauennetzwerke dient der Stärkung des internen Netzwerkes und der Ausübung der gesellschaftlichen Verantwortung des Unternehmens gegenüber der Frauenbewegung.

Neben Frauennetzwerken gibt es in fortschrittlichen Unternehmen häufig auch Netzwerke für andere Diversity Dimensionen. SAP hat solche vielfältigen Netzwerke [2]

Beispiele für unternehmensinterne Frauennetzwerke

Es sind bisher keine ausführlichen Studien über Frauennetzwerke in deutschen Unternehmen bekannt. Hier können die Unternehmen selbst ihre Netzwerke vorstellen, auch wenn sie bisher nicht mit Referenzen belegbar sind. Unter Historie der Frauennetzwerke kann nachgelesen werden, welche Netzwerke es früher schon gab.

Commerzbank

Courage wurde 1998 in Frankfurt gegründet und gehört zu den ältesten und größten Frauennetzwerken der deutschen Bankenwelt. Die Schirmherrschaft für das Netzwerk übernimmt alternierend ein Vorstandsmitglied. Das Netzwerk ist dezentral in acht regionalen Netzwerken und an fünf internationalen Standorten organisiert. Die Global Conference verbindet die unabhängigen internationalen Standorte, während Netzwerkvertreterinnen in Deutschland und die Leiterin des Diversity Managements (Group Human Resources) die bundesweiten Interessen des Netzwerks innerhalb und außerhalb der Commerzbank vertreten und für ein gemeinsames, einheitliches und professionelles Auftreten sorgen. Insgesamt engagieren sich im Frauennetzwerk der Commerzbank mehr als 400 Kolleginnen. [3]

Daimler

Die Daimler AG ist ein "heimlicher" Vorreiter in Sachen Diversity und Gender Diversity. Dort gibt es schon seit 1999 das FNW Frauennetzwerk, dass Stammtische, Vorträge und Coachings organisiert. Desweiteren gibt es ein Womens' Business Netzwerk, dass die berufliche Laufbahn fördern soll mit Podiumsdiskussion und Busines Lunches. Das älteste Diversity-Netzwerk ist bei Daimler allerdings der Daimler Türk Treff, der türkisch stämmige MitarbeiterInnen vernetzt und Kontakte in die Politik, Bildung und Kultur nutzt. Ausserdem hat das Unternehmen nach eigenen Angaben das erste professionelle Netzwerk für Meister und Meisterinnen, die sich in Sachen Diversity informieren wollen: das Diversity-Meister-Netzwerk. [4] [5]

Deutsche Bahn

2014-06-28: Von wegen oft zu spät… Das Netzwerk „Frauen bei der Bahn“ ist zwar eine noch junge Bewegung von Mitarbeiterinnen der Deutschen Bahn, dafür aber schon konzernweit etabliert. Dieses Netzwerk ist aus dem schon seit zwei Jahren bestehenden Frauen-Netzwerk des Ressorts des Vorstandsvorsitzenden entstanden. Hier gibt es bereits Frauen die sich regelmäßig austauschen, treffen und engagieren. Da nun viele Frauen aus anderen Ressorts ebenfalls ein Netzwerk aufbauen wollten, entstand das bahnweite Netzwerk „Frauen bei der Bahn“. Dies soll möglichst viele Frauen ermutigen, sich lokal, standort- und bereichsübergreifend kennenzulernen, auszutauschen, Erfahrungen zu teilen sowie sich gegenseitig zu unterstützen. Schwerpunkt ist der Austausch von Informationen im Job, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die eigene Karriereplanung sowie DB-spezifische Themen. Dazu finden lockere Business-Lunches und lokal organisierte Veranstaltungen statt, die in Eigenregie von den Frauen organisiert werden. Hierzu werden auch Gäste aus anderen Ressorts oder aber auch aus Politik, Wirtschaft und Kultur zur Diskussion eingeladen. Und auch online ist das Netzwerk unterwegs: die seit Anfang März 2013 bestehende und gleichnamige Xing-Gruppe wird zum übergreifenden Informationsaustausch gern und rege genutzt.

IBM (Deutschland)

Bei IBM engagieren sich viele Mitarbeiterinnen in lokalen Frauennetzwerken, die Veranstaltungen zum Erfahrungsaustausch oder Weiterbildung organisieren. Ein spezielles "German Women's Council" aus Mitarbeiterinnen beschäftigt sich mit aktuellen Fragestellungen der Gleichstellung und formuliert Empfehlungen für die Geschäftsführung.[6]

SAP

Das Frauennetzwerk bei SAP wird Business Women's Network genannt und entstand aus einer Bewegung "von unten". Nach einer Umfrage in 2002 wurden über persönliche Kontakte "top-secret" Interessierte gesammelt und Workshops angeboten. Ab 2006 wurde das Netzwerk offiziell im Intranet anerkannt. 2013 ist das Netzwerk in der Diversity-Strategie von SAP verankert. Aus diesem Netzwerk wurden wichtige Impulse für die Modernisierung der Personalpolitik und der Einrichtung eines Global Diversity Offices und der Etablierung der Diversity-Strategie gegeben. In 2013 hat das Netzwerk 1.400 Mitglieder in Deutschland und weltweit 4.500 Mitglieder. [7]

Siemens

Das Frauennetzwerk Global Leadership Organisation of Women (GLOW) ist seit 2010 aktiv. In zehn Standorten ist das Netzwerk aktiv und setzt sich insbesondere für flache Hierarchien ein.[8]

Beispiele für externe Frauennetzwerke

Hier werden Frauennetzwerke aufgelistet, die sich für die Vernetzung von Frauen oder von Frauen und Männern für die Förderung von Frauen in Fach- und Führungspositionen engagieren. Die Liste ist noch im Aufbau begriffen.

Deutschlandweite Frauennetzwerke:

  • deutscher juristinnenbund - djb - gegründet 1948 in Dortmund.
  • European Women Management Development - EWMD - wurde 1986 gegründet und ist ein internationales Netzwerk von Frauen für Frauen und Männer im Management. Das Netzwerk verbindet Menschen in allen Bereichen der Geschäftswelt, Erziehung, politik und Kultur.
  • Feministischer Juristinnentag gegründet 1978.
  • Journalistinnenbund engagierten Qualitätsjournalismus, Menschen- und Frauenrechte.
  • Soroptimist ist die weltweit größte Service-Organisation für berufstätige Frauen – engagiert sich neben der Entwicklung beruflicher Potenziale unter anderem für Menschenrechte, weltweiten Frieden und internationale Verständigung.[9]
  • webgrrls
    Logo von webgrrls
    ist das Netzwerk für weibliche Fach- und Führungskräfte, die in oder für Neue Medien arbeiten. Ziel ist die berufliche Weiterentwicklung sowie die Präsenz und den Einfluss dieser Frauen innerhalb der Branche zu fördern.
  • Zonta Deutschland Zusammenschluss berufstätiger Frauen in verantwortungsvollen Positionen, die sich dafür einsetzen, die Lebenssituation von Frauen im rechtlichen, politischen, wirtschaftlichen und beruflichen Bereich zu verbessern.




Deutschlandweite Netzwerke für Quotierungen von Frauen und Männer in Führungspositionen

Hauptsächlich lokale Netzwerke (nur 1 - 5 regionale Gruppen

  • erfolgsfaktor FRAU, Impulsegeberin für mehr Frauen in Fach- und Führungspositionen, regionale Gruppen in: Nürnberg
    Logo von webgrrls




Lokale Frauennetzwerke

Tipps für AssessorInnen

Frauennetzwerke sind in Unternehmen kein Selbstzweck. Sie müssen ihre Ziele erreichen und von anderen Abteilungen im Unternehmen wahrgenommen werden. Die Personalabteilung und der Vorstand sind gute Ankerpunkte. Ein Netzwerk wird allerdings erst dann ernst genommen, wenn es auch nach außen sichtbar wird. Ein gutes Beispiel ist das Netzwerk Courage der Commerzbank, das auf den externen Internetseiten der Bank erwähnt wird.[10]

Einzelnachweise

  1. Dr. Martine Herpers, Erfolgsfaktor Gender Diversity, Haufe, 2013
  2. SAP, Our Employee Networks, abgerufen am 12. März 2015
  3. Flyer von Courage, Stand 2013
  4. Ursula Schwarzenbart, Vielfalt und Nachhaltigkeit, Homepage Gesichter der Vielfalt, abgerufen am 14. Januar 2014
  5. Homepage Diversity bei Daimler, abgerufen am 03. März 2015
  6. Uta Menges, IBM setzt auf Vielfalt - und das seit über 100 Jahren, Sammelband Erfolg, Herausgeber: We Women + Economy, Nov. 2006, ISBN 978-3-9812041-1-7
  7. Christiane Kuntz-Mayr, Christine Regitz, Diversity von unten, aus dem Sammelband: Karrierechancen von Frauen erfolgreich gestalten, Herausgeber Andreas Boes, Anja Bultmeier, Rainer Trinczek, Springer Gabler, Wiesbaden, 2013, ISBN 978-3-658-00793-5
  8. Meier-Compte, Elvire, "Mit kollektiver Intelligenz in die digitale Arbeitswelt", im Sammelband Bultemeier, Anja; Marrs, Kira (Hrsg.), "Frauen in der digitalen Arbeitswelt von morgen", München, 2016, S. 19, ISBN 978-3-938468-18-0
  9. Miriam Moser, Frauennetzwerke in Deutschland und International, Alumni Portal Deutschland, http://www.alumniportal-deutschland.org/jobs-karriere/artikel/frauennetzwerke.html
  10. Frauen, Homepage der Commerzbank, Diversity, abgerufen am 12. März 2015



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